Die Nordroute

Etappe 1: Greiz >> Schönfels >> Gera

Oberes Schloss Greiz

Oberes Schloss in Greiz
Oberes Schloss in Greiz

Lange war über das ursprüngliche Aussehen der mittelalterlichen Burg auf dem Schlossberg von Greiz nichts Näheres bekannt. Erst umfangreiche archäologische Grabungen um 2006 brachten Spektakuläres zu Tage. So konnte ein Palas aus roten Ziegeln und eine doppelstöckige Burgkapelle in romanischer Formensprache nachgewiesen werden. Die Befunde belegen, dass die Anlage bereits seit dem späten 12. Jahrhundert den Vögten als repräsentativer Herrschaftssitz diente. Das Obere Schloss behielt bis zur Abdankung des Fürsten aus dem Hause Reuß älterer Linie 1918 seine Funktion als Regierungssitz und wurde mehrfach umgebaut bzw. erweitert. Davon zeugen unter anderem die Renaissancegiebel am Ostflügel. Sie entstanden nach dem Brand 1540, der große Teile der Burg zerstörte. Die prächtigen Barockgebäude des unteren Schlosshofes stammen aus der Regierungszeit Heinrich XI. (1723—1800). Mit der interaktiven und erlebnisorientierten Ausstellung »Vom Land der Vögte zum Fürstentum Reuß älterer Linie« laden die Museen der Stadt Greiz seit 2010 dazu ein, die Geschichte des Oberen Schlosses, des kleinen Fürstentums und seiner Hauptstadt zu entdecken

Burg und Museum Schönfels

Burg Schönfels
Burg Schönfels

Burg Schönfels hat ihren historischen Baubestand weitgehend erhalten und bildet mit Wall und Graben, Ringmauer, Wehrgängen, Bergfried und Burgkapelle ein sehenswertes Gebäudeensemble. Das heutige Aussehen der Burg geht zum größten Teil auf Umbauten zwischen 1480 und 1505 zurück. Die Anlage wird 1225 erstmals urkundlich erwähnt und war der Mittelpunkt einer typischen Rodungsherrschaft während des mittelalterlichen Landesausbaues. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts stand die Burg unter der Herrschaft der Vögte von Plauen und gelangte danach an die Wettiner. Die Innenräume sind durch spätgotische Umbauten geprägt, was sich in der Bohlenstube mit der erhaltenen Kielbogentür, im sogenannten Archiv mit seinem Kreuzrippengewölbe und in der Burgkapelle zeigt. Ebenfalls beachtenswert ist der Altar der Burgkapelle, der wahrscheinlich ein Werk des Schneeberger Meisters Matthias Krodel ist. Das Museum zeigt neben einer Exposition zur Geschichte der Burg regelmäßig Sonderausstellungen zu Kunst und Kulturgeschichte. Großer Beliebtheit erfreuen sich die »Ritteressen« in der Gaststätte auf Burg Schönfels.

Burg und Museum Posterstein

Burg und Museum Posterstein
Burg Posterstein

Die kleine Gemeinde Posterstein ist ein beliebtes Ausflugsziel im südlichen Altenburger Land. Burg und Museum locken Groß und Klein mit alljährlichem Mittelalterspektakel, Ritterrundgang und »Posti und Stein« — dem rosaroten Gespenst und dem dicken Drachen — in ihre historischen Gemäuer. Der älteste Teil der Wehranlage mit dem mächtigen Bergfried entstand im 12. und 13. Jahrhundert. Burg und Grundherrschaft wurden in dieser Zeit als Lehen durch die Vögte von Plauen vergeben. Während der folgenden Jahrhunderte war Posterstein im Besitz verschiedener Adelsfamilien, die die Anlage im Stil der Renaissance und später des Barock umbauten und erweiterten. Besonders sehenswert ist das 1689 entstandene spätbarocke Schnitzwerk aus Lindenholz in der neben der Burg gelegenen Kirche. Es ist ein Werk des sonst unbekannten Künstlers Johannis Hopf und wurde für den damaligen Burgherren Georg Dietrich von Pfug geschaffen. Das aufwendige Schnitzwerk umfasst Altar, Kanzel und die Loge des Patronatsherren mit den Familienwappen.

weitere Ziele

Schloss Ronneburg
Schloss Ronneburg
Historistisches Vorderschloss Ronneburg
Historistisches Vorderschloss Ronneburg
Reste der Stadtmauer in Schmölln
Reste der Stadtmauer in Schmölln
Schloss Blankenhain mit dem Deutschen Landwirtschaftsmuseum
Schloss Blankenhain mit dem Deutschen Landwirtschaftsmuseum
Etappe 2: Gera >> Weida >> Schleiz

Schloss Osterstein und Kirche St. Marien

Schloss Osterstein und Kirche St. Marien
Kirche St. Marien unterhalb von Schloss Osterstein

In der Industriestadt Gera sind nur wenige Zeugnisse mittelalterlicher Geschichte zu entdecken. Die Bauten aus dieser Zeit sind später meist durch neue Gebäude verdrängt oder architektonisch überformt worden. Das bekannteste Relikt aus der Zeit der Vögte von Gera ist der weithin sichtbare Bergfried von Schloss Osterstein. Er ist der Rest der mittelalterlichen Burganlage und war Bestandteil des späteren Residenzschlosses der Fürsten Reuß jüngerer Linie, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Mit seiner parkähnlichen Umgebung und dem Terrassencafé ist die Anlage ein beliebtes Ausfugsziel der Geraer.Im Stadtteil Untermhaus, direkt unterhalb des Schlosses Osterstein am linken Ufer der Weißen Elster, ist die Kirche »St. Marien« das dominierende historische Gebäude. Das Gotteshaus geht auf eine mittelalterliche Kapelle aus der Zeit um 1200 zurück. Die ältesten Bestandteile — Turm, Altarraum und Teile des Langhauses — sind aus Falkaer Sandstein in spätgotischem Stil errichtet. Eine kunsthistorische Kostbarkeit ist der erhaltene Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert, der als ein Meisterwerk der Hochgotik anzusehen ist. Er ist eine Stiftung zweier Geraer Kaufmannsfamilien und entstand wahrscheinlich im Umfeld des Franziskanerklosters in Saalfeld. 

Romanische Dorfkirchen um Gera und Weida

Wehrkirche Schüptitz
Wehrkirche Schüptitz

Viele Dorfkirchen im Gebiet um Weida, Triptis und Gera stammen aus der frühen Herrschaftszeit der Vögte. Ihr Bau stand im Zusammenhang mit der kirchlichen Durchdringung der Region, die den Landesausbau des 12. und 13. Jahrhunderts begleitete. Zu nennen sind unter anderem Burkersdorf, Forstwolfersdorf, Frießnitz, Geißen, Grochwitz, Lusan, Schömberg, Seifertsdorf, Steinsdorf, Wetzdorf und Wöhlsdorf. Am heutigen Baubestand dieser Gotteshäuser sind trotz späterer Überformungen oftmals noch deutlich romanische Stilelemente zu erkennen. So deutet eine im Grundriss halbrunde oder polygonale Apsis auf einen Kirchenbau aus romanischer Zeit hin. Die Apsis schließt dabei entweder direkt an den Kirchensaal an, oder sie bildet zusammen mit Saal und eingezogenem Chorquadrat eine sogenannte vollständige Anlage. Auch die schmalen Rundbogenfenster sind typisch für die Romanik und lassen sich an einigen der massiven Kirchtürme entdecken. Die mittelalterlichen Dorfkirchen in Döblitz und Schüptitz werden in der Literatur zumeist als »Wehrkirchen« charakterisiert, da sie von einem Wall umgeben waren oder ihr Turm eine auskragende Form hat.

Kirche St. Veit und das Kloster Cronschwitz

Gästehaus des Klosters Cronschwitz
Gästehaus des Klosters Cronschwitz

Die Kirche St. Veit ist eine der ältesten Sakralbauten des Vogtlandes. Sie war zur frühen Herrschaftszeit der Vögte von Weida der Mittelpunkt einer Urpfarrei, die einen sehr großen Sprengel um Weida und Wünschendorf umfasste. Besonders sehenswert sind in der Veitskirche zwei farbige Glasbilder aus romanischer Zeit (wahrscheinlich um 1170). Sie waren Bestandteil einer Wurzel-Jesse-Darstellung und zeigen ein Christusporträt und einen alttestamentlichen König. Die Glasbilder und die um 1200 errichtete Kapelle verweisen auf Einflüsse des niedersächsischen Kunstkreises bei der Gestaltung von St. Veit. 1238 stiftete Jutta, geschiedene Gemahlin Vogt Heinrich IV. von Weida, das Frauenkloster Cronschwitz. Erhalten sind Reste der Kirche, einige Grabplatten und das ehemalige Gästehaus als Bestandteil des heutigen Pfarrhofes. Kloster Cronschwitz war im Mittelalter das bedeutendste Frauenstift des Vogtlandes, dessen Nonnen vor allem der Stifterfamilie der Vögte und ihrem Lehnsadel entstammten.

Prämonstratenserstift Mildenfurth

Prämonstratenserstift Mildenfurth
Prämonstratenserstift Mildenfurth

Eines der bedeutendsten Bauwerke der Vögte von Weida ist das Prämonstratenserstift Mildenfurth. Es wurde 1193 als Hauskloster und Grablege gegründet und sollte dem ewigen Seelenheil der Stifterfamilie dienen. Gleichzeitig war die Anlage der Klosterkirche in Form einer kreuzförmigen Pfeilerbasilika ein Ausdruck vom selbstbewussten Herrschaftsanspruch der Vögte. Der Bau orientierte sich in Größe und Ausstattung am Vorbild Naumburger Dom. Im Zuge der Reformation wurde das Stift von den Wettinern aufgelöst und das Amt Mildenfurth eingerichtet.Von der mittelalterlichen Bausubstanz sind heute neben dem Portal der ehemaligen Westturmanlage und den Resten eines gotischen Kreuzganges die zentralen Bestandteile der Klosterkirche noch vorhanden, da Querhaus, Hauptchor und Langhaus zu einem Renaissanceschloss ausgebaut wurden. Den Umbau veranlasste der Coburger Festungshauptmann Matthes von Wallenrod, der Mildenfurth 1544 gekauft hatte. Heute wird der Komplex von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten verwaltet und vom Künstlerehepaar Volkmar Kühn und Marita Kühn-Leihbecher bewohnt. Sie nutzen die Anlage als Werkstatt und Galerie und laden regelmäßig zu künstlerischen und musikalischen Veranstaltungen ein.

Burg Osterburg und die Stadt Weida

Osterburg
Osterburg Weida

Herkunft und früheste Geschichte der Vögte von Weida sind bis heute nicht eindeutig geklärt und werden von Historikern weiter lebhaft diskutiert. Fest steht jedoch, dass Weida das erste und wichtigste Herrschaftszentrum der Heinrichinger im Vogtland war. Schon 1209 wird in einer Urkunde neben der Burg die Siedlung Weida als »civitas«, also »Stadt«, bezeichnet. Der reiche Bestand an mittelalterlicher Architektur lässt die historische Bedeutung des Ortes noch heute anschaulich werden. Dazu zählen die Ruinen der Widen- und Peterskirche (jeweils Pfarrkirche der mittelalterlichen Alt- bzw. Neustadt), das »Kornhaus« (ehemalige Klosterkirche der Dominikanerinnen), die Reste der Stadtmauer mit mehreren Wehrtürmen und die heutige Stadtkirche St. Marien, die bis zur Reformation eine Predigerkirche der Franziskaner war.  Über der Stadt thront — quasi als Sinnbild der Herrschaft der Vögte — die mächtige Osterburg, deren älteste Bestandteile nach neueren Untersuchungen mit dem 3. Viertel des 12. Jahrhunderts datiert werden. Architektonischer Glanzpunkt aus dieser Zeit ist der jüngst wiederentdeckte mehrstöckige romanische Saalbau, der wohl den Palas der Burg darstellte. Von ihm konnten Arkaden, Überfangbögen, Säulen und Kapitelle an den Außenwänden freigelegt und als Bauzitate modern in Szene gesetzt werden.

Kleine mittelalterliche Wehranlagen und Herrensitze

Burgruine Reichenfels
Burgruine Reichenfels

Als archäologische Bodendenkmale zeugen die Reste von zahlreichen kleineren Wehranlagen im Gebiet des nördlichen Vogtlands vom intensiven Landesausbau, der die Region im Umfeld der großen Burgen der Vögte von Weida, Gera und Greiz im 12. und 13. Jahrhundert erfasste. Zu nennen sind Albersdorf, Braunsdorf, Brückla, Dorna, Ernsee, Geißen, Gommla, Großaga, Großdraxdorf, Großkundorf, Großsaara, Hain, Herrmannsgrün, Kahmer, Laasen, Langenberg, Lessen, Leumnitz, Liebschwitz, Liebsdorf, Lunzig, Mehla, Pahren, Pforten, Pölzig, Pöppeln, Roben, Röpsen, Roschütz, Rubitz, Rüßdorf, Scheubengrobsdorf, Staitz und Taubenpreskeln.  Diese lokalen Herrensitze dienten der herrschaftlichen Durchdringung des Landes und erfüllten militärische, administrative und wirtschaftliche Funktionen. Zumeist lagen sie in der Nähe der Weißen Elster bzw. deren Nebengewässern und kontrollierten an strategisch günstigen Stellen örtliche Verkehrswege. Es wurden sowohl Höhenlagen als auch Niederungen als Standorte ausgewählt. Die Gebäude und Befestigungen dieser Herrensitze waren noch in Holzbauweise errichtet. Sie sind daher heute nur noch als archäologische Bodendenkmale nachweisbar. Von den Wehranlagen mit Wassergraben, die oft als »Waal« bezeichnet werden, sind zumeist Erdwälle und Teiche im Landschaftsbild erhalten. Manchmal zeugen aber auch nur Flurnamen von der Existenz eines Herrensitzes.Da zu den kleinen Wehranlagen kaum etwas in Urkunden überliefert ist, kommt der Archäologie bei deren Erforschung eine große Bedeutung zu. Seit dem frühen 19. Jahrhundert führte der Vogtländische Altertumsforschende Verein zu Hohenleuben an zahlreichen Stellen in der Region Grabungen durch. Das reiche Fundmaterial an mittelalterlicher Keramik wird heute im Museum Reichenfels ausgestellt.

Etappe 3: Schleiz >> Burgk >> Mühltroff

Bergkirche Schleiz

Bergkirche Schleiz
Bergkirche Schleiz

Die Bergkirche »Unser Lieben Frauen« ist das weithin sichtbare historische Wahrzeichen von Schleiz. Wer sie durch das gut erhaltene romanische Westportal betritt, wird nicht nur von der Dimension des Kirchenschiffes mit seinem Netzrippgewölbe und der farbigen Deckengestaltung beeindruckt sein, sondern auch von der überbordenden Innenausstattung.Schon im Mittelalter diente die damalige Kapelle, die vom Deutschen Ritterorden betreut wurde, als Grablege der Vögte von Gera. Davon zeugt bis heute die mit hoher künstlerischer Fertigkeit ausgeführte Sandsteintumba Heinrichs des Mittleren (gestorben 1500). Weiterhin sind sehr prächtige Epitaphien hervorzuheben, die für Mitglieder der reußischen Herrscherfamilie, aber auch für Schleizer Bürger und Geistliche gestiftet wurden. Vervollständigt wird die Innenausstattung durch reich verzierte Kirchenstände und Emporen, einen Orgelprospekt mit Flügeltüren, den barocken Kanzelkorb und einen Hochaltar aus dem Jahre 1634.

Fürstliche Residenzen Lobenstein und Ebersdorf

Klassizistische Westfassade des Schlosses Ebersdorf
Klassizistische Westfassade des Schlosses Ebersdorf

Die gut erhaltene Residenzarchitektur der älteren Linie Reuß in Greiz und Burgk findet bei der jüngeren Linie ihr Pendant in Bad Lobenstein und Ebersdorf. In beiden Orten ist jeweils ein Ensemble aus herrschaftlichem Schloss, Nebengebäuden der Hofhaltung (unter anderem Kutsch- und Wagenremise, Wachgebäude, Pavillon) und repräsentativer Parkanlage erhalten. Das »Neue Schloss« in Bad Lobenstein entstand unter Graf Heinrich XV. zwischen 1714 und 1718 im Stil des Barock und beherbergt heute ein Museum. Die ursprünglich barocke Anlage des Ebersdorfer Schlosses vom Ende des 17. Jahrhunderts wurde von 1788 bis 1792 durch Christian Friedrich Schuricht klassizistisch umgebaut. Auch die ehemals barocke Parkanlage ist im 19. Jahrhundert zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet worden. Sie hat einen wertvollen alten Baumbestand. Ein Zeugnis für die pietistische Frömmigkeit an den reußischen Grafenhöfen ist die Herrnhuter Brüdergemeine in Ebersdorf. Sie entstand nach der Hochzeit der Gräfin Erdmuthe Dorothea von Reuß-Ebersdorf mit Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1722.

Schloss und Museum Burgk

Schloss Burgk
Schloss Burgk

Schloss Burgk, hoch über der Saale gelegen, ist eine der am vollständigsten erhaltenen Burganlagen auf dem Kulturweg der Vögte. Die Vögte von Gera bauten die Burg im 15. und 16. Jahrhundert aus mit Palas, Kapelle, Bergfried, Torhaus, zwei Wallgräben und einer starken Schildmauer samt Eckbastion und Flankierungsturm. Nach dem Aussterben der Geraer Vögte erbten die Reußen die Anlage und nutzten sie als Residenz, später als Sommerfrische und Jagdschloss. Die Räume, die zahlreiche Veränderungen erfahren haben, spiegeln die Repräsentationsbedürfnisse ihrer adligen Besitzer, aber auch den Zeitgeschmack der Epochen wider. Bis 1945 blieb Burgk im Besitz der fürstlichen Familie Reuß älterer Linie. 1952 wurde das Museum eingerichtet, das seitdem kulturgeschichtliche und künstlerische Ausstellungen zeigt. Die 1743 von Gottfried Silbermann geschaffene Orgel in der reich geschmückten Schlosskapelle wird regelmäßig für Konzerte genutzt. Schloss Burgk ist idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die waldreiche Umgebung, etwa zum romantischen Sophienhaus, zur Talsperre Burgkhammer oder zur überdachten Holzbrücke, die unterhalb des Schlosses über die Saale führt.

weitere Ziele

Burgruine Blankenberg
Burgruine Blankenberg
Kemenate Ziegenrück
Kemenate Ziegenrück
Wehrkirche Friesau
Wehrkirche Friesau
Etappe 4: Mühltroff >> Elsterberg >> Greiz

Schlösser Mühltroff und Leubnitz

Schloss Mühltroff
Schloss Mühltroff

Im Lehnbuch des wettinischen Markgrafen Friedrich des Strengen von 1349/50 wird die Wasserburg Mühltroff als »castrum Muldorf« genannt. Der mittelalterliche Burgturm bildet noch immer den architektonischen Mittelpunkt des mehrfach erweiterten und umgebauten Schlosses. Das heutige Erscheinungsbild der Anlage entstand nach einem Brand 1817, der Schloss und Vorwerk des damaligen Rittergutes Mühltroff stark beschädigte. Von 1923 bis 1939 war das Schloss Erholungsheim der Höheren Mädchenschule Plauen. Zur DDR-Zeit wurde es als Wohngebäude genutzt. Heute kann man die Anlage im Rahmen von Führungen besichtigen.Das klassizistische Schloss Leubnitz wurde im Jahr 1794 durch die Familie von Kospoth erbaut, die bis 1945 im Besitz des Ritterguts war. Ein malerischer Landschaftspark umgibt die Anlage. Wechselnde Kunstausstellungen in der Galerie des Kreuzgewölbes und die ständige Ausstellung »Natur und Jagd« können im Schloss besichtigt werden. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die regelmäßigen Konzerte klassischer Musik im prächtigen »Weißen Saal«, der sich durch eine außerordentliche Akustik auszeichnet.

Kapelle Kauschwitz

Kapelle Kauschwitz — der Umbau einer frühdeutschen Wehranlage
Kapelle Kauschwitz

In Kauschwitz befindet sich auf einer Teichinsel die Kapelle »Christi Himmelfahrt«, die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Umbau eines verfallenen Wehrturmes entstand. Architektonisch markant sind an dem kleinen Rundbau die barocke Haube mit der offenen Laterne über dem steilen Kegeldach und der vorgelagerte Treppenanbau.

Burgruine Elsterberg und Schlossruine Liebau

Schlossruine Liebau
Schlossruine Liebau

Zwei malerische Ruinen gibt es im Tal der Weißen Elster zwischen Greiz und Plauen zu entdecken, am besten auf Wanderungen.Die Burgruine Elsterberg ist eng mit den Herren von Lobdeburg verbunden, die hier bereits zu Ende des 12. Jahrhunderts auf einem Bergkegel eine Wehranlage errichteten. Sie kontrollierten damit die Siedlung unterhalb der Burg, die schon damals eine Pfarrkirche besaß und Mittelpunkt der umliegenden Rodungsherrschaft war. Die Burgruine Elsterberg ist eine Ringwallanlage mit ausgedehnter Zwingerbefestigung und flankierenden Türmen. Der heute noch sichtbare Baubestand stammt aus der Zeit nach dem »Vogtländischen Krieg« (1354—57), in dem man die Vorgängeranlage geschleift hatte. Alle vier Jahre findet in Elsterberg das bekannte »Ruinen- und Heimatfest« statt. Die Ruine Liebau lässt sich auf eine Burganlage zurückführen, die 1327 als Feste der Vögte von Plauen genannt wird. Die heutige Bausubstanz geht auf ein Schloss zurück, das bis 1742 als adliger Wohnsitz diente.

Die Vögte im Deutschen Orden

Die Plauener Johanniskirche und das Konventsgebäude des Deutschen Ordens
Die Johanniskirche mit dem Konventsgebäude

Der Deutsche Orden ist mit der Geschichte der Vögte und des Vogtlandes eng verbunden. Neben den Templern und Johannitern ist er der dritte große Ritterorden des Mittelalters gewesen. Entstanden als Hospitalgemeinschaft in den Kreuzfahrerstaaten des Heiligen Landes, breitete er sich im Reich der Stauferkaiser schnell aus. Im Vogtland, das zur Ballei (Ordensprovinz) Sachsen-Thüringen gehörte, war Plauen die wichtigste Kommende (Niederlassung). Diesem sogenannten Deutschen Haus wurde 1224 durch Vogt Heinrich den Mittleren die Pfarrkirche St. Johannis übertragen. Der Vogt selbst folgte dem Vorbild seines Bruders Heinrich des Älteren und trat nach Scheidung von seiner Gemahlin Jutta 1238 dem Deutschen Orden als Ritterbruder bei. Er stieg bis zu seinem Tod in den Rang des Landmeisters in Preußen auf. Zahlreiche Mitglieder aus der Familie der Vögte und auch einige von deren niederadligen Ministerialen folgten im Mittelalters den beiden ersten vögtischen Ordensrittern und unterwarfen sich ebenfalls den Regeln eines streng geistlichen Lebens.

Bedeutendster Ordensritter der Heinrichinger ist ohne Zweifel Heinrich von Plauen aus der Seitenlinie von Mühltroff, der nach der Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg 1410 die Marienburg erfolgreich gegen die Belagerung durch das Heer der polnisch-litauischen Union verteidigte. Er war bis 1413 Hochmeister des Ordens. Heute erinnert an ihn ein historistisches Standbild vor dem Alten Rathaus in Plauen.Neben Plauen hatte der Deutsche Orden im Vogtland Niederlassungen in Adorf, Asch, Reichenbach, Schleiz und Tanna. Ihm wurden Pfarrkirchen und Hospitäler übertragen, Einnahmen und Stiftungen überwiesen, zahlreiche Güter und Liegenschaften zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz übertragen. In der Regel befanden sich die Ordenshäuser direkt neben den Pfarrkirchen. Nach der Reformation und der Auflösung der Ordensniederlassungen im Vogtland dienten die Gebäude meist weiterhin Kirchen- oder Schulzwecken. In Plauen etwa wurde die Komturei zur Herberge der Superintendentur und einer Lateinschule.

weitere Ziele

Kirche Straßberg am Ort der einstigen Burg der Vögte von Straßberg
Kirche Straßberg am Ort der einstigen Burg der Vögte von Straßberg
Pfarrkirche Dobia
Pfarrkirche Dobia
Herrenhaus Kürbitz
Herrenhaus Kürbitz
Kirche in Pöllwitz
Kirche in Pöllwitz